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Wessen Uni? Unsere Uni!

(28.10.2009, Pressemitteilung) Kunst-, Kultur- und Medienschaffende unterstützen Proteste für ein gutes Bildungssystem!

Forschung und Lehre, Wissenschaft und Kunst sind frei - so steht es zumindest in der Verfassung. Realität war es nie so ganz. Nach Jahrzehnten des offenen Formulierens ist es jetzt aber sogar soweit, dass dem ganz offen widersprochen wird: Bezahlt wird, was sich ökonomisch rentiert. Der Rest ist frei - von Finanzierung.

Es ist kein Zufall, dass die aktuellen Proteste an einer Kunstakademie begonnen haben. Im kulturellen Feld, das ohnehin ein Experimentierfeld zunehmender Prekarisierung darstellt, lassen sich die Effekte der neoliberalen Transformationen in spezifischer Weise ablesen. So auch in der künstlerischen Bildung: Die massiven Einschränkungen der Niederlassungsfreiheit für KünstlerInnen und WissenschaftlerInnen sind das eine. Die Anwendung der so genannten Vollrechtsfähigkeits-Regeln in den Uniorganisationsgesetzen das andere. Die zuständigen MinisterInnen haben das Gesetz im Rücken: bei Nichterfüllung oder Widerstand gegen die Regierungslinie gibt es einfach kein Geld.

Seitens der Regierung wird mit dem Bologna-Prozess argumentiert, dessen eigentliche Ziele durch die konkreten Wirkungen der „Reformen“ selbst konterkariert werden. Tatsächlich werden damit Ökonomisierung, Hierarchisierung und Prekarisierung der an den Universitäten Tätigen legitimiert und forciert. Gleichzeitig kommt es im gesamten Bildungssystem zu krassen Einschnitten bei Arbeitsbedingungen und Löhnen – und nicht nur da.

Es ist höchste Zeit, die mit Verweis auf die „Krise“ geführten Angriffe auf die öffentliche Infrastruktur abzuwehren. Es ist höchste Zeit, dass die Universitäten eine demokratische Selbstverwaltung erlangen: Studierende, Mittelbau, ProfessorInnen und nicht-wissenschaftliches Personal sollen gemeinsam entscheiden können, was an den Universitäten passiert. Wir unterstützen die Forderungen der Akademie-Angehörigen, der Audimax-BesetzerInnen, und im Besonderen der feministisch, anti-sexistischen Frauen*-AG, und rufen zur Teilnahme an der heutigen Demonstration auf!

http://unsereuni.at
http://www.malen-nach-zahlen.at
http://freiebildung.at
http://www.unigrazgehoertuns.org

Groß-Demonstration: Freie Bildung für alle!
Mittwoch, 28. Oktober 2009, 17 Uhr
Unirampe Hauptuni Wien

Unterstützt von:

Berufsvereinigung der Bildenden Künstler Österreichs - Zentralverband
Berufsvereinigung der Bildenden Künstler Österreichs - Landesverband für Wien, NÖ und Burgenland
Dachverband der Filmschaffenden
Depot - Kunst und Diskussion
eipcp – European Institute for Progressive Cultural Policies
Emergence of Projects (eop)
FIFTITU% - Vernetzungsstelle für Frauen in Kunst und Kultur in OÖ
FOKUS - Forschungsgesellschaft für kulturökonomische und kulturpolitische Studien
IG Autorinnen Autoren
IG Bildende Kunst
IG Freie Theaterarbeit
IG Kultur Österreich
IG Kultur Steiermark
IG Kultur Wien
konsortium.Netz.kultur
KosmosTheater
Kultur in Graz
Kulturrat Österreich
Kulturrisse - Zeitschrift für radikaldemokratische Kulturpolitik
monochrom
ORANGE 94.0 - Verein Freies Radio Wien
Radio FRO
Redaktion Bildpunkt
Secession
Übersetzergemeinschaft
Verein Bildung und Zukunft für Waisenkinder
werkmobil - ein multiprofessionelles Frauenkollektiv
World-Information Institute
Wüde Weiba - Arbeits- und Aktionsgruppe

Initiiert von:

Kulturrat Österreich

Texte und Statements zum Thema:

Zuletzt verändert: 10.11.2009 10:11