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Keine Streichung der Sendung kunst-stücke!

(15.7.02, Offener Brief an die Stiftungsräte des ORF)

Sehr geehrtes Mitglied des ORF-Stiftungsrates!

Der Stiftungsrat des ORF hat am 19. Juni 2002 im Rahmen einer Programmjustierung ab Oktober 2002 die Einstellung der Sendung kunst-stücke beschlossen.

Gegen eine solche Vorgangsweise stehen gewichtige sachliche Argumente. 15.000 Unterschriften wurden inzwischen für die Beibehaltung der Sendung gesammelt und der ORF-Generaldirektorin überreicht. Die Gründe, die gegen eine Abschaffung der kunst-stücke sprechen, sind Ihnen sicherlich bekannt. Sie sind unter http://www.amourfou.at/subs/set_peti.htm nachzulesen und diesem Schreiben angefügt.

Die Kulturpolitische Kommission, die sich als Plattform der unabhängigen Interessenvertretungen im Kunst- und Kulturbereich für eine Verbesserung der strukturellen Bedingungen für Kulturarbeit einsetzt, stellt sich die Frage, von welchen Überlegungen der Stiftungsrat bei seinem Entschluss geleitet wurde.

Da der Stiftungsrat per se gem. § 19 (4) ORF-Gesetz "zur Verschwiegenheit über alle ihnen im Rahmen ihrer Tätigkeit bekannt werdenden Umstände der Stiftung und der mit ihr verbundenen Unternehmen verpflichtet" ist, möchten wir Sie zu einer persönlichen Stellungnahme in dieser Angelegenheit auffordern.

Sind Sie der Meinung, dass Sendungen aus kurzsichtigen wirtschaftlichen Gründen nur nach dem Quotenprinzip programmiert werden sollten? Oder ist nicht vielmehr der ORF aufgrund seines Programmauftrages auch für die Interessen von sogenannten "Minderheiten" verantwortlich? Wie aber kann bei einer Gleichschaltung nach Quoten eine "Ausgewogenheit der Programme" gewährt werden?

Der angebotene Ausgleich, die Sendungsinhalte der kunst-stücke auf mehrere Sendeplätze mit wechselnden Sendezeiten aufzusplittern, kann nur als Taktik angesehen werden, einen weiteren "Quotenfall" vorzubereiten und die endgültige Marginalisierung zu inszenieren.

Mit freundlichen Grüßen

Kulturpolitische Kommission

Zuletzt verändert: 18.05.2005 09:13