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"Eine österreichische Lösung"

(23.11.2007, Der Standard) Der Kulturrat kritisiert die KSV-F-Novelle.


Wien - Ins Depot lud der Kulturrat am Donnerstag Morgen zur Pressekonferenz. Als Dachorganisation von 13 der größten Künstler-Interessenvertretungen Österreichs formulierte er deren Antwort auf die am vergangenen Freitag veröffentlichte Novelle zum Künstlersozialversicherungs-Fonds-Gesetz.

"Chaos statt Vision" übertitelten die Vertreterinnen der Künstler ihre Einladung. Zwar wurden einzelne Verbesserungen der Novelle gewürdigt, wie die Anerkennung von Stipendien und Preisen für die Berechnung des Mindesteinkommens, ab dem ein Zuschuss durch den Fonds erfolgt, die Veränderung der Kurien oder die Ausweitung der Härtefälle.

Alle genannten Verbesserungen aber korrigierten lediglich Details der bisherigen Regelung, seien, so die Vertreterinnen des Kulturrats, "eine österreichische Lösung". Die grundlegenden, strukturimmanenten Probleme des KSV-Fonds würden nicht angegangen. Wesentliche versicherungstechnische Probleme der Künstler liegen heute in der vielfältigen Aufsplitterung ihrer Tätigkeiten, in der Zusammenstellung des Jahres-Einkommens aus selbständiger und angestellter Erwerbstätigkeit in nicht vorab festlegbaren Rhythmen.

Autoren, die über Jahre an einem Buch arbeiten, können ebenso wenig regelmäßige Monatsbezüge nachweisen, wie Schauspieler, die für wenige Tage an einem Film mitwirken, um kurz darauf eine Woche lang als Synchronsprecher zu arbeiten, bevor sie unter Umständen eine wochenlange Pause erwartet. Die bisherigen Regelungen nehmen auf solche Einkommensstrukturen kaum Rücksicht.

Der Kulturrat fordert daher die Einsetzung einer Experten-Kommission zur Erarbeitung verbesserter, an die reale Arbeitssituation angepasster Künstler-Versicherungs-Modelle. Aus dem Kunst-Ministerium von Claudia Schmied ist zu hören, man wolle die Ergebnisse der in Auftrag gegebenen "Studie zur sozialen Lage der Künstler und Künstlerinnen in Österreich" abwarten, die im Juni 2008 erscheinen soll. Das Thema der Neuen Selbständigen wolle man "breiter diskutieren. Das betrifft ja nicht nur die Künstler", so Günter Lackenbucher.

(Cornelia Niedermeier / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 23.11.2007)

Zuletzt verändert: 27.11.2007 01:44