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Die Ausschaltung der Kunst im öffentlich-rechtlichen Fernsehen

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(Einladung zu Pressekonferenz vom 19.9.02) Anlässlich der letzten Sendung der kunst-stücke am 26.9. laden Kunstschaffende, Filmschaffende und deren Interessenvertretungen zu einer Pressekonferenz am 26.9. 10 Uhr ein.

Bady Minck (Filmemacherin), Gerald Bast (Rektor Universität für Angewandte Kunst), Gabriele Kranzelbinder (Filmproduzentin), Lisl Ponger (Foto-und Filmkünstlerin), Virgil Widrich (Filmemacher), Gerhard Ruiss (IG Autorinnen Autoren) und Daniela Koweindl (IG Bildende Kunst) ziehen Bilanz über die Ausschaltung der Kunst im öffentlich-rechtlichen Fernsehen.

Nach nur einem Jahr hat sich das neue, angeblich zur Stärkung des öffentlich-rechtlichen Rundfunkauftrags geschaffene ORF-Gesetz als Begründung für die Eliminierung der letzten Reste eines Kunstanspruchs im ORF herausgestellt. Von der Ausschaltung der Künstlerinnen und Künstler aus den Beratungen über die Rundfunkgesetzreform bis zur Ausschaltung der Kunst in den ORF-Programmen verfolgt der ORF eine massive Kunsteinsparungspolitik. Eines der Argumente dabei ist die von der Fernsehkulturchefin Dr. Haide Tenner vorgetragene Behauptung, es wäre billiger gewesen, den ZuseherInnen der kunst-stücke eine Videokassette zuzuschicken, als die Sendung weiterhin auszustrahlen.

Dass mit einem solchen Videokassettenversand der im ORF-Gesetz definierte Kulturauftrag nicht erfüllt sein kann, liegt auf der Hand. Die Abschaffung der kunst-stücke, dem letzten Sendeplatz für innovative Film- und Fernsehformen und für die Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Kunst im ORF, beschäftigt zur Zeit den Bundeskommunikationssenat. Die Rechtsaufsichtsbehörde hat die im Juli eingereichte Beschwerde angenommen, die Rechtmäßigkeit der Absetzung der kunst-stücke wird derzeit geprüft. Die Nachfolgesendung der kunst-stücke wird, soviel zeichnet sich bereits ab, mit den Inhalten und der innovativen Ausrichtung der kunst-stücke so gut wie nichts mehr zu tun haben.

Die „Arbeitsgruppe kunst-stücke“ (Filmschaffende, Kunstschaffende, TheoretikerInnen) hat ein Konzept zum offensiven Re-Launch der kunst-stücke entworfen. Welche Ansprüche muss eine innovative Sendung für Kunstinteressierte erfüllen? Wie können diese Anforderungen innerhalb des ORF umgesetzt werden? Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Pressekonferenz ziehen Bilanz, stellen Forderungen und präsentieren Gestaltungsvorschläge.

  • Donnerstag, 26.9.2002 um 10 Uhr
  • Generali Foundation (1040 Wien, Wiedner Hauptstraße 15)

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