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Diskussionsveranstaltung „Frauen im Kulturbetrieb“

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Sa., 25. November 2006, 17:30 Uhr; Treibhaus, Angerzellgasse 8, 6020 Innsbruck

/Feministische Diskurse // Praxen // Realitäten/

Eine gemeinsame Veranstaltung von TKI – Tiroler Kulturinitiativen / IG Kultur Tirol und Kulturrat Österreich


Frauen in Kunst und Kultur ist nicht erst seit kurzem ein Thema, und trotzdem bleiben bis heute Asymmetrien in der Kultur- und Kunstförderung erhalten: mangelnder Zugang zu Fördertöpfen, prekäre Arbeitsverhältnisse, Überantwortung in Selbstmanagement, sprich die sog. “Feminisierung“ des Kunst- und Kulturbetriebes treibt immer buntere Blüten um uns in die neoliberale Selbständigkeit zu entlassen. Auf der Strecke bleiben grundsätzliche Fragen nach Umverteilung und Arbeitsbedingungen bis hin zur Existenzsicherung von Künstlerinnen.

Die Diskussion mit Vertreterinnen aus kulturpolitischer Lobbyarbeit und Künstlerinnen wirft neben konkreter Analyse und Forderungen an die Politik einen Blick auf künstlerische Praxen und ihren (auch humorigen) Interventionen.

Themen/Podium:

Sabine Kock (Kulturrat Österreich) reflektiert in ihrem Statement die aktuelle kulturpolitische Lage in Österreich. Mit Rückblick auf die – für eine kritische und emanzipatorische Kulturarbeit fatalen – Entwicklungen unter schwarz/blau/oranger Regierungsverantwortung, spricht Sabine Kock über dringende Forderungen kultureller Netzwerke (wie Kulturrat Österreich, Vernetzung kulturschaffender Frauen) an eine zukünftige Regierung.

Sabine Benzer (Herausgeberin der Studie/Publikation „Creating the Change. Beiträge zu Theorie und Praxis von Frauenförder- und Gleichbehandlungsmaßnahmen im Kulturbereich) berichtet zu den Ergebnissen ihrer Studie. Der Fokus liegt dabei nicht nur auf Gender-Mainstreaming Ansätzen, die sich auf die bloße Durchsetzung, bzw. Übernahme etablierter bürgerlicher Rechte für Frauen konzentrieren. Benzer formuliert Fragen und Forderungen zu Geschlechtergerechtigkeit im Kulturbetrieb eingebunden in Diskursfelder aktueller feminstischer und kulturpolitischer Debatten. Sie verlinkt in ihrem Statement Kritik an herrschenden Strukturen mit dem Handlungsfeld feministischer Kulturarbeit.

Vertreterinnen der aktuellen feministischen Kunstprojekte „home sweet home“ (Radikales Nähkränzchen), „ausgetrickst und eingenommen“ (ArchFem) und „hellwach – bei Gewalt an Frauen“ (Angela Zwettler und Carla Knapp) erzählen von ihren Projekten. Im Zentrum steht dabei vor allem die Frage nach Öffentlichkeit: Welche künstlerischen Strategien verfolgen die Projekte um die spezifischen Inhalte ihrer Projekte öffentlich zu machen? Wie reagiert die Öffentlichkeit? Was sind insbesondere auch die strukturellen Probleme, mit denen sich ProjektträgerInnen feministischer Kunstprojekte konfrontiert sehen?
Moderation: Gudrun Pechtl (TKI)

In Kooperation mit: Premierentage 06 und „Ausgelaugt und eingebremst? Durchgekämpft und rückerobert“. Ein Fest von ArchFem und Tiroler Frauenhaus (Programm siehe zb. T.K.I. ).

Diese Veranstaltung ist eingebunden in das Kultur- und medienpolitische Aktionsprogramm des Kulturrat Österreich

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