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Eine soziale Frechheit! Das lassen wir uns nicht gefallen!

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(März 2006, Statements von Kunst- und Kulturschaffenden) Künstlersozialversicherungsfonds: Ein Mindesteinkommen als Zuschussvoraussetzung ist kunstfeindlich – unsozial und zynisch – bar jeder Logik – klingt nach Hohn – absurd – unglaublich – haarsträubend – nicht nachvollziehbar – eine Ignoranz des Staates! – …

Sagen Sie den Entscheidungsverantwortlichen Ihre Meinung!
Mail an Kunststaaatssekretär Franz Morak und Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (und eine Kopie an den Kulturrat Österreich)

  • Linde Prelog (Schauspielerin, Autorin, Liedermacherin): Die Tatsache, dass sich sogar eine SVA-Mitarbeiterin hinreißen ließ zu dem Statement: „Ich muss schon sagen, Euch Künstlern wird’s nicht wirklich leicht gemacht!“ bestätigte meine Meinung über die Künstlersozialversicherung: Es müssen wohl kunstfeindliche, zynische Menschen sein, die sich für freischaffende Künstler ein derartiges Versicherungskonzept einfallen ließen.
  • Carola Dertnig (bildende Künstlerin): herr morak hat vergessen, einfach vergessen und ausgeblendet wie es war als er selbst mal ein mitteloser künstler war. oder war er nie? burgtheater pragmatisierung im babyalter? new wave SHIZO „bunk“… eine unprofessionelle unmöglichkeit! eine soziale frechheit! fristlose kündigung! SOFORT !
  • Helmut Berger (Schauspieler, Regisseur, Verband Österreichischer Filmschauspieler): In Joshua Sobols Polydrama ALMA meint Sigmund Freud zu dem verzweifelten Gustav Mahler: „Erfahrung, mein Lieber, besteht hauptsächlich aus den Erfahrungen, die wir nicht zu machen wünschen.“ Da hat er wohl nicht Unrecht unser verehrter Professor, aber auf die Erfahrung, dass Künstlern in unserer „Kulturnation“ (und da vielleicht einigen von denen, die erst nach ihrem Tod zu Ehren kommen) das Leben so schwer gemacht wird, würden viele mittlerweile gern verzichten.
  • Ingeborg Strobl (bildende Künstlerin): „Je anspruchsvoller und schwieriger die Kunst ist, desto geringer sind die Chancen dies kommerziell umzumünzen. Qualität wird bestraft, wir werden zum kommerziellen Produzieren gedrängt. Durch diese Regierung hat sich die Situation noch verschärft, nur das Gefällige wird fördert. Über den kommerziellen Erfolg den Beruf KünstlerIn zu definieren ist untragbar. Wir werden diskreditiert.“
  • Renate Welsh (Schriftstellerin, Präsidentin der IG Autorinnen Autoren): Wenn man davon ausgeht, dass Qualität und finanzieller Erfolg deckungsgleich sind, dann ist es völlig richtig, die zu bestrafen, die nicht genügend verdient haben. Nur kann ich mich nicht mit dieser Gleichsetzung anfreunden.
  • Sebastian Weissenbacher (bildender Künstler, 1999 – 2002 Vorsitzender der IG Bildende Kunst): Hätte Morak schon 2000 auf uns gehört, er hätte sich und uns eine Menge Ärger erspart! 6 Jahre kein Verständnis für die Materie…
  • Gabriele Heckel (Schauspielerin): Dieser Staat rühmt sich damit, eine „Kulturnation“ zu sein, verwendet die kulturelle Vielfalt in diesem Österreich als sein Aushängeschild z.b. zur Ankurbelung des Tourismus = Werbemittel! Nun – wenn dieser Staat die Kultur braucht, gebraucht, dann muss er sich das auch was kosten lassen. Oder existiert irgendeine Österreichwerbung OHNE Hinweis auf das kulturelle Angebot in diesem Land?????????????????? Zur Außenwirkung dieses Landes gehört die Kultur- also sollten die Kulturschaffenden eigentlich bestmöglichst geachtet, respektiert, ernst genommen und unterstützt werden!!!! Oder – wie sähe das aus: Österreich ohne Theater, Konzerte, Ausstellungen, Festivals etc.etc.etc.etc.?????????????????? Und wie heißt es so schön – VON NIX KUMMT NIX………… In diesem Sinne – mit bestem Gruß – ein Werbemittel……
  • Hubsi Kramar (Regisseur, Schauspieler): Österreich ist ein Kulturstaat. Die Kulturstaats-WächterInnen mögen lebende Künstler nicht besonders, dafür lieben sie die Skifahrer. Die lebenden Künstler müssen sich eine Sozialversicherung erst durch einen entsprechenden Tod redlich verdienen.
  • Jörg Vogeltanz (Künstler / comic edition preQuel): dass – vom staat immerhin anerkannte!- künstlerInnen, die ZUWENIG verdienen, zuschüsse zurückzahlen müssen, ist ja mit abstand das absurdeste, was diese regierung im bereich kulturpolitik zu verantworten hat und gewohnt zynisch. machen wir doch gleich weiter: wie wär´s mit wegnahme der staatsbürgerschaft von personen, die unter 15.000 euro im monat verdienen? menschliche und berufliche qualität sind laut unserer konservativen pack-leaders ja offenbar anhand des einkommens messbar. langsam wird es zeit für wesentlich härtere gegenmaßnahmen als brieferl schreiben und unterschriften sammeln… es gab und gibt zeiten in der menschlichen geschichte, in denen differenzierte diskussion zu nichts mehr führte und führt. wo gewaltlosigkeit zum stillstand mutiert und üble entwicklungen festgeschrieben werden. dies ist so eine zeit: „unsere“(?) regierung ignoriert doch gesetzesnovellenvorschläge, sie ignoriert alles, was gegen die „reform“linie schüssels zielt. das parlament als forum demokratischer streitigkeiten und konsensualpolitik ist ineffizient und von der regierung unerwünscht. machen wir uns nichts vor: sämtliche regierungen der westlichen industriestaaten sind absolut uninteressiert am wohl der bürgerInnen, wenn es nicht gerade darum geht „workers“ und „consumers“ am leben zu erhalten; sie sind machterhalter und -gewährer, unterstützer und strohleute der monopolisierten kapitalwirtschaft, der es wiederum nur darum geht, mit möglichst geringem eigenaufwand hohe gewinne einzufahren. lernen wir doch wieder demokratie. gehen wir hinaus und werfen wir den verantwortlichen unsere ablehnung schmerzhaft ins gesicht. vornehme zurückhaltung ist in dieser situation genau der falsche weg. österreich ist ein land der unentschlossenen, die sich der sichtbarsten seite anschließen. kulturschaffende sind weitgehend unsichtbar. lasst uns sichtbar werden.
  • Angela Zwettler:Ich schließe mich den Protesten zu diesen absurden Rückzahlungsforderungen an! Es ist wirklich erbärmlich unter welchen umständen hierzulande KünstlerInnen leben müssen!
  • Victoria Coeln (Lichtkünstlerin): Mit den Steuererklärungen wird ohnehin dargelegt, dass wir unseren Beruf ernsthaft ausüben und nicht Liebhaberei betreiben, nach welcher Logik filtert der Künstlersozialversicherungsfonds sozusagen ein zweites Mal, „jetzt erst so richtig“?
  • Barbara Horvath: Dass es eine Regelung gibt, die von Leuten die Rückzahlung einer Unterstützung fordert, weil sie ZUWENIG verdient haben, ist bar jeder Logik und klingt nach Hohn.
  • Franz Krahberger (Autor, Herausgeber): Diesen Aufruf unterzeichne ich gerne. Ich habe schon vor Jahren in Diskussionen auf diesbezügliche zu erwartende Schieflagen hingewiesen. Das wollte aber niemand wahrhaben. Auch die Institutionen wussten davon. So hat z.B. Frau W., die den Sozialfonds der LVG (Literarische Verwertungsgesellschaft) betreut hat, von Beginn an vor derartigen Entwicklungen im persönlichen Gespräch gewarnt. Eine schlichte wie treffende wie bittere Formel aus den 30er Jahren: Ausgsteuert!
  • Werner Brix (freiberuflicher Schauspieler und Regisseur): „Als vor einigen Jahren die Möglichkeit einer geförderten Sozialversicherung für uns Künstler geschaffen wurde, war ich positiv überrascht. Warum man obere UND untere Einkommensgrenzen geschaffen hat, war auch einleuchtend. Man hat offenbar impliziert, dass Menschen, die unter der Untergrenze verdienen, sowieso nicht existenzfähig sind. Sind sie aber. Irgendwie geht’s immer. Vorangetrieben durch die LEIDEN-schaft, nimmt man vieles in Kauf. Von diesen Menschen jetzt die Förderung zurückzuverlangen, ist unmenschlich.“
  • Clemens Stecher (bildender Künstler): Ich unterstütze die Forderungen, die im Aufruf zum KSVF an die Verantwortlichen Politiker gestellt werden, voll inhaltlich. Das soziale System, mit dem sich das offizielle Österreich so gerne brüstet, muss für Künstler lebbar werden und es bleiben, es müssen zur Feststellung der Anspruchsberechtigung (auch) andere Kriterien herangezogen werden.
  • Manfred Stella (freiberuflicher Schauspieler): Ich unterstützte gerne die Forderungen bezüglich des Zuschusses zur Pensionsversicherung für Künstler und protestiere ebenso gegen das Gesetz. Vielen Dank und lasst Euch und uns nix g’fallen!
  • Johannes Strasser (Double Bassist / Jazzmusician): Ich erachte das bestehende KSVF-Zuschuss-Gesetz im Angesicht tatsächlicher/realer Arbeitsverhältnisse / Einkommensverhältnisse / Lebensbedingungen / Entwicklungsmöglichkeiten vieler freischaffender Künstler aller betroffenen Sparten als nicht zu Ende gedacht, auf unzureichenden statistischen Recherchen beruhend, und im Sinne eines Anspruches an kulturelle Freiheit/Vielfalt und Entwicklungsmöglichkeit auf welchen sich dieses Land verfassungsmässig beruft, als besonders widersprüchlich um nicht zu sagen unsozial und zynisch.
  • Annette Stein: Das ist wirklich eine bodenlose Frechheit, was die Politiker hier mit den KünstlerInnen Österreichs treiben!
  • Werner Richter (Literaturübersetzer): In Deutschland gibt es seit fast 25 Jahren eine Künstlersozialversicherung, die diesen Namen auch verdient: Künstler melden ihr aus kreativer Arbeit stammendes Einkommen und bekommen danach Beiträge für Kranken-, Renten/Pensions- und Pflegeversicherung vorgeschrieben. Und natürlich die entsprechenden Leistungen im Bedarfsfall. Alles eine Selbstverständlichkeit — der Staat (als einer der Nutznießer kreativen Schaffens) übernimmt die Rolle des Arbeitgebers in der Sozialversicherung von Künstlern und Künstlerinnen, die eben nicht angestellt sind. Hier in Österreich wird die KSV ganz offensichtlich als Almosenzuschuss verstanden. Bei einem Gespräch mit dem Kunst-Staatssekretär kam das klar heraus, als ich einmal das Problem aufwarf, dass man bei einem besser bezahlten „Brotberuf“ leicht auch noch um diesen Zuschuss umfallen könne (weil man für die Einkommensanteile aus künstlerischer Arbeit eben keine „Künstlersozialversicherung“ mehr bekommt, sobald das Gesamteinkommen eine gewisse, übrigens keineswegs astronomische Höhe übersteigt). Franz Morak fand den Gedanken geradezu absurd, künstlerische Arbeit auch dann mit einer KSV-Zuzahlung zu honorieren, wenn sich der/die Kreative mit einem Neben- (oder gar Haupt-)Beruf finanzier d.h. meist: finanzieren muss — und so die üblicherweise schlecht bezahlte Kunst quersubventioniert.
  • Dagmar Höss (Künstlerin): Ich möchte hiermit auf jeden Fall diesen Aufruf unterstützen. Ich kann mich gar nicht genug ärgern darüber, dass eine zumindest minimale Förderung bildender KünstlerInnen durch Mindesteinkommensgrenzen völlig ad absurdum geführt wird.
  • Sandra Rose (Sängerin): Gerne möchte auch ich zum äußerst prekären Thema der Rückzahlungsforderungen Stellung beziehen, anbei ein – mein – Beispielsfall: Jazzsängerin verdient sich ihre ersten Brötchen schunkelnder Weise u.a. als Choristin beim „Stadl“, beim Hansi, beim Ötzi sowie als Jazz- mimender Dekor bei Events der Austro-Marke „Seitenblicke“, studiert ( Gesänge, sich selbst und v.a. jene, die…) probiert, sammelt Erfahrung. Lernt, zu wissen, was sie NICHT braucht und nie angestrebt hat. Gagen – ja, gibt es! Sagen wir, die Menge macht’s . Verweigert sich gegen Musiker- und v.a. Sängerinnen- unwürdige Behandlung seitens einer angeblich ultimativen Agentur, deren Oberhaupt es alsbald vorzieht, sich hinkünftig der Züchtung von Shaolin-Mönchen zu widmen. Auftragslage verschlechtert sich. Erhält ungefragt Solo-Vertrag in einem „absolut neuartigen“ Rock-Musical, das sich u.a. dadurch auszeichnet, dass dessen Regisseur weder neu noch artig ist. Vertragslösung. Ausstieg. Ab sofort: Jazz. Wie ursprünglich geplant. Auf Umwegen. Fantastische Band, wenige, aber anständiger Gigs, eigene Aufnahmen. Ersten eigenen Jazzclub gründen. Anerkennungsgagen für herausragende Kollegen im Notfall selbst bezahlen. Ö1- CD- Produktion. Hurra. Oder fast. Mediale Berichterstattung, immerhin. Renommé nicht schlecht, Finanzlage umso übler. Neue Frage: wovon zahle ich meine Sozialversicherung? Danke. Es gibt den Fonds. Fein, ein Schrieb, der bescheinigt, dass man soeben zum offiziell anerkannten österreichischen Künstler mutiert ist. Freundliche Kommission. Euro Tausend-Irgendwas. Höchstsatz. Dabei bin ich gar kein Österreicher! Heute: Vor beinahe einem Jahr 2. Versuch Jazzclub „Sandras Salon“ gestartet. Das Einzige, was einem sicher ist, ist dieses wohlig muttertheresianische Gefühl, das einen im Glauben einlullt, eine anständige Sache im Dienste der Kultur getätigt zu haben. Fein. Hie und Da zur Gesichtswäsche an offiziellen Stellen zu erscheinen, um im Bestfall € 2000 anstatt 1000 oder nichts als Förderung zu bekommen, ist meinem Optimismus auch kaum mehr zuträglich, allenfalls notwendig, um ein wunderbar ersprießliches Projekt wenigstens sachte in den Sand zu setzen. Und natürlich warte auch ich – nachdem ich mich ein weiteres Jahr redlich um die Verbreitung des Jazz, insbesondere seiner zahlreichen, den Durchschnittshörer NICHT vergraulenden Facetten anstatt um eigenes Fortkommen bemüht habe – ebenso wie viele andere Kollegen auf die Rückzahlungsaufforderung. Sollte sie je kommen, biete ich ihnen stattdessen meine Noten, mein Klavier, mein Mikrophon, meine Abendgarderobe an. Wenn das nicht reicht, gerne auch meinen von Kennern geschätzten Arsch. Aber meine Seele inklusive eines mir durchaus – trotz vielfacher Hinterfragung – zustehenden Musikerstolzes kriegen sie nicht. Nie und nimmer. In diesem Sinne, ein Prosit auf all jene, die im schönen Kulturland Österreich an den Stirb- oder- Friss- Schaltknöpfen sitzen.
  • Christian I. Peintner (bildender Künstler): Sehr geehrter Herr Bundeskanzler Wolfgang Schüssel! Sehr geehrter Herr Staatssekretär Franz Morak! Als Kunstschaffender bitte ich Sie, als DIE Entscheidungsverantwortlichen Personen in Sachen Künstlersozialversicherungsfonds auf die praxisorientierten und humanen Forderungen der IG Bildende Kunst einzugehen und nun umgehendst zu handeln. Es ist aus der Sicht von Künstlerinnen und Künstlern, aber vielleicht ja auch für sie nicht nachvollziehbar weshalb ein Gesetz das offensichtlich solche Ungerechtigkeiten aufweist und nicht lebensnah ist, trotz mehrmaliger Aufforderungen nicht schon längst berichtigt wurde. Vom Künstlersozialversicherungsfonds habe auch ich die Aufforderung erhalten eine Rückzahlung zu leisten. Ich möchte ihnen mitteilen das dieses einen erschwerenden Umstand für meine Lebensumstände darstellt und fordere Sie auch auf mich deshalb zu kontaktieren.
  • Antonia Petz (bildende Kunstlerin): Der österreichische „Kulturstaat“ zwingt mit diesen Sozialversicherungsgesetzen unzählige kleinstverdienende KünstlerInnen unter die Armutsgrenze. Schussel, Morak und Co entziehen KünstlerInnen bewusst und gezielt die Existenzgrundlage, dadurch werden KünstlerInnen mundtot gemacht. D.h: es findet eine Ausmusterung statt.
  • Erich Félix Mautner (Public Relations, Artist Agency): Hinter dieser komischen Bestimmung steht die Absicht, Amateurkünstler/Liebhaber aus dem System zu nehmen – warum auch immer! Es ist EIN Kriterium von mehreren, den Künstlerstatus festzustellen. Wenn nun einer oder eine ein Jahr aus arithmetischen oder so sonstigen Gründen (Krankheit? Weiterbildung? Projektvorbereitung?) weniger verdient, obwohl er oder sie immer künstlerisch tätig ist, im Jahr davor oder danach wieder „brav“ verdient, dann kann das doch kein Beweis dafür sein, dass der Künstlerstatus (für ein Jahr) entfällt!!! Im Sinne des Gesetzes ist eine langjährige Durchrechnung notwendig und abzuwarten! Man sehe sich doch einmal die Protokolle an, die zu dieser Bestimmung geführt haben! Und dann: Auf zum Verwaltungsgerichtshof oder zum OGH!
  • Andrea Heyer (bildende Künstlerin): Ist ja unglaublich! Rückzahlungen zu verlangen, wenn es einmal Zuschüsse gegeben hat.
  • Michael Kos (Bildhauer, Objektkünstler, Autor): Ich möchte mit meinem Namen das Begehren nach einer Änderung der Gesetzesnovelle der Künstlersozialversicherung unterstützen. Die verschärften Konkurrenzverhältnisse am Kunstmarkt sind durchaus zum Teil auf die Ignoranz des Staates für indirekte Kunstförderungsmaßnahmen zurückzuführen. Die damit verbundenen Verdrängungsmechanismen dürfen keinesfalls dort einsickern, wo elementare Sozialstandards wie Gesundheit und ein Mindestmaß an Mutterschutz und Altersvorsorge für KünstlerInnen eigentlich Selbstverständlichkeit bedeuten sollten.
  • Claudia Klucaric (bildende Künstlerin): Weg mit der absurden, KünstlerInnen verhöhnenden Mindesteinkommensgrenze! Überdenken der Rückzahlungsforderungen dringend gefragt!
  • Walpurga Ortag-Glanzer (bildende Künstlerin): Die Mindesteinkommensgrenze als Voraussetzung für einen Zuschuss aus dem Künstlersozialversicherungsfond ist in jeder Weise UNGERECHT! Gesetzesnovelle jetzt!
  • Christian Moser: An Herrn Morak: Kunst ist Nahrung für den Geist. Die haarsträubenden Bestimmungen wie zum Bsp. die Mindesteinkommensgrenze (!) entzieht vielen Künstlern die überlebensnotwendige Unterstützung. Künstler die sich nicht nach Einschaltquoten und Kommerz orientieren wird, da es sich dann meist um kritische Kunst handelt, der Nährboden entzogen. (Im wahrsten sinne des Wortes) Von dieser Regierung und von Ihnen, der Verrat an seiner eigenen Kunst begeht, ist eigentlich nichts anderes zu erwarten. Darum müssen wahrscheinlich Künstler, die nicht Ihren, für mich nicht nachvollziehbaren, Weg einschlagen, auf eine andere Regierungszusammensetzung warten. Dennoch beteilige ich mich an der Forderung, um solidarisch zu wirken und meinen Unmut nach außen zu richten. Der moderne fortgeschrittene Austrofaschismus verurteilt Bücherverbrennungen und versucht durch entsprechende Politik solche Bücher erst gar nicht entstehen zu lassen. Das Kultur- und Kunstverständnis verdeutlicht das angestrebte Menschen- und Weltbild dieser Regierung. Ich hoffe und wünsche mir ein, durch die Politik der letzten Jahre, gereifteres Österreich, das euch nicht mehr wählt.
  • Hans Lerperger: Man kann sich nicht einerseits Kulturnation nennen, und den lebenden KünstlerIn abwürgen! Als Künstler ökonomisch zu überleben ist schon schwer genug. Diese zusätzlichen Sozialschikanen sind zu viel! Mir fällt auf, dass sich Kollegen, die sich seit kurzem bei der SVA versichern wollen, und gerade Abgänger von Kunstunis sind, vom KSVF total schikaniert werden bei dem Nachweis ihrer künstlerischen Tätigkeit. Umsatz, Portfolio, Nachweis über Ausstellungstätigkeit…. Ich empfinde das als eine Frechheit, da ja doch durch den Abschluss an der Kunstuni die Künstlereigenschaft gegeben ist. Mit welcher Autorität will dieses „Gremium“ über die Künstlerische Tätigkeit urteilen??? Es entsteht eine perverse Situation. Außerdem haben wir die Entwicklung einer Regierung zu verdanken, die uns zum GEWERBE bugsiert hat, wo einfach Interessenskonflikte entstehen: Künstler sind keine Fotografen, auch wenn sie fotografieren etc. etc… Dass Künstler naturgemäß weniger einträgliche Kunden sind als Gewerbetreibende lässt sich auch leicht einsehen. Es kann aber nicht sein, dass in dieser sich seiner Kultur (=schaffenden) rühmender Staat sich so seiner Künstler entledigt mit den ganzen traurigen momentanen Schikanen! 1. Künstler sollen aus der Versicherung ferngehalten oder vertrieben werden. 2. Grausliche Szenarien für die Rückzahlungen aus dem K ü n s t l e r H I L F E fonds. Jeder Wirtschaftstreibende versteht die Notwendigkeit von INVESTITIONEN, die zu verringertem Ertrag, oder aber auch Verlust führen kann. Wer solche Bestimmungen aufsetzt, ist entweder böswillig, oder grob fahrlässig!
  • Renate Moran (bildende Künstlerin): Schluss mit Rückzahlungsforderungen! Natürlich unterschreibe ich das. Aber auch für die KünstlerInnen, die sich bereits im Pensionsalter befinden sollten sich einmal jemand den Kopf zerbrechen. Viele leben an der Armutsgrenze. Wie können sich diese mit der derzeitigen Mindestpension außer der Wohnungsmiete und Lebenserhaltungskosten noch ein Atelier leisten? Also entweder hört eine Künstlerin oder ein Künstler auf Kunst zu machen, was man keinem Künstler antun sollte, oder man gibt den kunstschaffenden Menschen die Möglichkeit, wenigstens in gesunden Tagen, trotz Pensionierung, noch ihrer Arbeit mit und an der Kunst, nachgehen zu können. Wenn ein Kunstschaffender krank wird, müssen die Atelierkosten auch leistbar sein. Nicht jeder auch guter Maler oder Bildhauer bekommt Zuschüsse. Diese werden eher immer weniger. Momentan sieht die Rechnung so aus: Das Beispiel betrifft eine großen Anzahl. Ein Kunstschaffender, sicher anerkannt und bekannt, kommt heutzutage gerade über die Runden. Viel Ehre, man schätzt seine Einsätze für Kunst und Kultur. Trotzdem wenig Einkommen, daher wenig Pensionseinzahlung, private Vorsorge unmöglich leistbar, Mindestpension, und dann? Ich für meinen Teil traue mich nicht in Pension zu gehen.
  • Erwin Leder (Schauspieler, Regisseur): Sehr geehrter Herr Bundeskanzler, sehr geehrter Herr Staatssekretaer! Fuer den Beschnitt des Beschnitts eines vor ACHT Jahren geforderten einheitlichen KSVGs sind wir am 1. Juli 1998 nicht ueber den Ring marschiert. Vorerst wurde daraufhin jahrelang ueber die Fragen „Was ist Kunst?“ und „Wer ist Kuenstler?“ disputiert, schlieszlich rang sich die OEVP nach ihrer Wahl ein KSVPensionsFondGesetzchen ab, weil sie vor einer einheitlichen Kranken-, Unfall- & Arbeitslosenversicherung dem maechtigen ASVG gegenueber in Wahrheit doch die Hosen voll hatte. Jedenfalls fehlt Ihnen bis heute jeder Mut, die Sache einfach beherzt anzugehen, die Kunstschaffenden unseres so genannten Kulturstaates wuerdig zu vertreten: gerade ein kleines und wohlhabendes Land wie unseres, eines der reichsten Laender der Erde, sollte wohl imstande sein, in einigen Jahren ein gut funktionierendes umfassendes KSVG auf die Beine zu stellen. Anstatt dessen halten Sie mit Ihrer Behauptung der Mindesteinkommensgrenze wieder in der alte Frage, wer Kuenstler sei, an materiell konditionierten Grenzen fest und demuetigen gerade oft junge fleissige Menschen, welche sichs wahrlich nicht leicht machen und mit allen Unbillen hart an den Fundamenten arbeiten. Wie lange ist es her, meine Herren, dass Sie trotz harter Arbeit von nicht 600 Euro monatlich Ihr Auskommen fristen mussten? Denken Sie an Mozart, denken Sie an Schubert etc. etc., und denken Sie an Schiller: der Menschheit Wuerde ist Euch in die Hand gegeben… Wir jedenfalls werden wieder ueber den Ring marschieren, denn fuer Sie gilt offenbar noch immer: nur tote Kuenstler sind gute Kuenstler. Es ist wirklich eine Schande… tut mir leid.
  • Ingetraut Maier-Schlager (Künstlerin): Liebe Staatsvertreter! Was da mit der Künstlersozialversicherung läuft, ist ein weitere Beispiel, wie wenig staatliche „Angebote“ wert sind. Es passt gut zum Nachkauf der Schulzeiten. Wer nachgekauft hat, hat nichts für seine Pensionsvorsorge getan, sondern wurde abgezockt. Oder sollte man lieber einen Vergleich mit dem Versuch herstellen, das Trinkgeld von Kleinstverdienern (z.B. Kellner und Friseure) zu besteuern? Wahrscheinlich verdienen die Gottoberen einfach so viel, dass sie sich gar nicht vorstellen können, was es bedeutet, über wenig Einkommen zu verfügen. Hoffenlich gibt es bald wieder Politiker, die soziales Verständnis und Menschlichkeit zeigen.

Sagen Sie den Entscheidungsverantwortlichen Ihre Meinung!
Mail an Kunststaaatssekretär Franz Morak und Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (und eine Kopie an den Kulturrat Österreich)

  • Schluss mit Rückzahlungsforderungen!
  • Weg mit der Mindesteinkommensgrenze als Voraussetzung für einen Zuschuss!
  • Gesetzesnovelle JETZT!

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