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Mach mit beim Millionen-Quiz!

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Kulturrat Österreich sucht die Kulturpolitik

(Pressemitteilung vom 5.7.2012)

KSVFG-Novelle beschlossen: Raub besiegelt.

Stagnierende Kulturbudgets, die Verwaltung des Erbes, Lobreden und Ankündigungen – es herrscht kulturpolitischer Stillstand in Österreich. Kleine Verbesserungen sind derzeit nicht mehr nur überschattet von systematischen Verschlechterungen an anderer Stelle, sondern werden offen damit verknüpft. Die Regierungsparteien wundern sich, dass sich Protest regt. Vielleicht liegt es an der Hitze …

Zeit für ein kleines Quiz:

(1) Stellen Sie sich vor, Sie sind KulturpolitikerIn, und in einem Fonds zur Förderung der sozialen Absicherung von KünstlerInnen sind seit zehn Jahren die Einnahmen weit höher als die Ausgaben. Gleichzeitig ist die soziale Lage der KünstlerInnen prekär, und viele KünstlerInnen werden von einem Zuschuss ausgeschlossen. Was tun Sie?

a) Ich kürze die Einnahmenseite.
b) Ich nutze die gute ökonomische Lage, um die Zugangsmöglichkeiten zu einem Zuschuss zu erweitern.
c) Ich beobachte diese Situation lieber noch zehn Jahre lang.

(2) Stellen Sie sich vor, Sie sind KulturpolitikerIn und haben einen Fonds zur sozialen Absicherung von KünstlerInnen mit beträchtlichen Rücklagen auf der einen und politische Begehrlichkeiten hinsichtlich der Umwidmung der Rücklagen auf der anderen Seite. Das Verhandlungsergebnis ist eine Reduzierung des Fondsvermögens. Wie erklären Sie das den KünstlerInnen?

a) Es verliert ja niemand etwas.
b) Das Fondsvermögen muss gesichert werden.
c) Ich erkläre es gar nicht – stattdessen werden die Verhandlungen wieder aufgenommen, schließlich könnte mit dem Geld eine längst fällige Erweiterung der Aufgaben des Fonds angestoßen werden.

(3) Stellen Sie sich vor, Sie sind KulturpolitikerIn und ein Fonds zur Förderung der sozialen Absicherung von KünstlerInnen kann etwa 4.500 Personen Zuschüsse zur Sozialversicherung zahlen (davon 2.700, die anschließend ein Rückzahlungsverfahren durchstehen müssen). Etwa 12.000 könnten potenziell davon profitieren. Was tun Sie?

a) Ich behaupte, es bekommen ohnehin 12.000 KünstlerInnen jährlich einen solchen Zuschuss.
b) Ich finde 4.500 eine beeindruckende Zahl, mehr KünstlerInnen gibt es halt nicht.
c) Ich beklage mangelnde Mehrheiten und reduziere statt einer Erweiterung der ZuschussbezieherInnen das Fondsvermögen.

(4) Stellen Sie sich vor, Sie sind KulturpolitikerIn und kennen die katastrophalen Zahlen aus der Studie zur sozialen Lage der Kunstschaffenden. Was tun Sie?

a) Ich mache erst mal nichts. Irgendwann löst sich das Problem von selbst.
b) Ich versuche drastische Schritte zu unternehmen, um angemessen auf die katastrophale Situation zu reagieren.
c) Ich versuche eine Politik der kleinen Schritte. Wenn selbst das stockt, erkaufe ich die kleinen Schritte auch mit großen Verschlechterungen. Es muss ja was geschehen.

(5) Stellen Sie sich vor, Sie sind KulturpolitikerIn und die Budgets kollidieren mit strikten Sparkursen. Was tun Sie?

a) Ich verkaufe sinkende Budgets als stagnierende – und als großen Erfolg in Zeiten wie diesen.
b) Ich hole alle AkteurInnen an einen Tisch und verhandle eine generelle Neuausrichtung der Geldverteilung.
c) Ich habe nicht vor, die zeitgenössische Kunst gegen die großen Kulturtanker auszuspielen: Für die einen gibt es unterstützende Worte, für die anderen ihren Anteil am Budget.

Alle Antwortmöglichkeiten haben handelnde PolitikerInnen als StichwortgeberInnen.
Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Planspiel.



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